Stadtmuseum Neuburg an der Donau

Willkommen im Stadtmuseum Neuburg an der Donau

Das Stadtmuseum Neuburg an der Donau befindet sich in einem der prachtvollsten Häuser der Oberen Altstadt: dem so genannten Weveldhaus, einem ursprünglich spätgotischen Bau, der im frühen 18. Jahrhundert zu einem barocken Adelspalais umgewandelt wurde. Das Stadtmuseum bietet einen lebendigen und anschaulichen Einblick in die Geschichte und Gegenwart einer "kleinen Stadt mit großer Vergangenheit".

Wir freuen uns auf Ihren Besuch. Neben der Dauerausstellung zur Stadtgeschichte ist derzeit auch eine neue Sonderausstellung zu sehen: 400 Jahre Barmherzige Brüder in Neuburg!

Die Ursulinen-Ausstellung des letzten Jahres ist weiterhin virtuell zu besichtigen (s. u.).

Sonderausstellungen im Stadtmuseum Neuburg 

400 JAHRE BARMHERZIGE BRÜDER BAYERN (20. 3. - 13. 11. 2022)

Vor genau 400 Jahren, im Sommer/Herbst 1622, stiftete der Pfalz-Neuburger Herzog Wolfgang Wilhelm (1578-1653) in seiner Residenzstadt an der Donau das Kloster St. Wolfgang für den Orden der Barmherzigen Brüder. Der protestantisch erzogene Wittelsbacher war 1613 anlässlich seiner Hochzeit mit Magdalene von Bayern zum Katholizismus konvertiert und hatte im Sinne der Gegenreformation bereits die Jesuiten in sein Fürstentum geholt.
Neuburg war die erste Ansiedelung des Hospitalordens des heiligen Johannes von Gott (Barmherzige Brüder) in Deutschland. Unweit des Augsburger/Feldkirchner Tores in der südlichen Oberen Vorstadt entstand neben dem Kloster-„Gebäu der Fratres Misericordiae“ mit der Kapelle St. Wolfgang auch ein (Männer-)Krankenhaus (Hospital), das den Brüdern übertragen wurde.
Trotz schwerer Anfänge (Dreißigjähriger Krieg, Pest) konnten sich die Barmherzigen Brüder durch die Jahrhunderte in Neuburg an der Donau halten und wurden auch von Wolfgang Wilhelms Erben und Nachfolgern weiterhin gefördert.
Das historische Bau-Ensemble mitsamt der Apotheke besteht (trotz zahlreicher Um- und Ausbauten) noch heute an derselben Stelle (Bahnhofstraße B 107).

Die Ausstellung im Stadtmuseum Neuburg erinnert an die mittlerweile 400jährige Geschichte der Barmherzigen Brüder in Bayern und vermittelt anhand hochkarätiger Exponate einen anschaulichen Eindruck vom Wesen und Wirken des Ordens.

Die Ausstellung wird durch den Kulturfonds des Bayerischen Staatsministeriums für Wissenschaft und Kunst gefördert.

Im Erdgeschoss des Stadtmuseums bildet eine informative Wanderausstellung zusammen mit einem sehenswerten Kurzfilm über die Barmherzigen Brüder den Auftakt zur Sonderausstellung im 2. Obergeschoss. An der Museumskasse sind sowohl die Festschrift zum Ordensjubiläum als auch ein Booklet mit einer Auswahl der Texte und Bilder der Wanderausstellung erhältlich ("Hospitalität schafft Zukunft"), letzteres gegen Spende zugunsten der Ukraine.

Die Sonderausstellung 400 Jahre Barmherzige Brüder Bayern wurde am 19. März im Stadtmuseum Neuburg eröffnet. Lokale Medien berichteten darüber ebenso wie der Bayerische Rundfunk (BR 24 und BR 2) und die misericordia in ihrer April-Ausgabe - die Monatszeitschrift der Barmherzigen Brüder in Bayern. 

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ANGELA URSULA MARIA - Die Ursulinen in Neuburg

Die Sonderausstellung war vom 31. Oktober bis zum 30. Dezember 2021 im Stadtmuseum (II. OG) zu sehen.
Vor genau 325 Jahren, im Sommer 1696, holte der Pfalz-Neuburger Herzog und Pfälzer Kurfürst Johann Wilhelm den Frauenorden der Ursulinen von Düsseldorf nach Neuburg.
Die Ausstellung erinnerte an die Gründung des Klosters St. Maria mit seiner Kirche St. Ursula (die heutige Studienseminar-Kirche), das Wirken der Schwestern im spätbarocken Neuburg und ihr Schicksal im Zuge der Säkularisation von 1809/1813.
Originale zeitgenössische Kunstwerke, darunter kostbare liturgische Textilarbeiten sowie Gemälde, die eigens für die Schau aus Landshut nach Neuburg zurückgeholt wurden, vermittelten ein anschauliches Bild der klösterlichen Kultur der Ursulinen im 18. Jahrhundert mit ihrem bis heute überliefertem Erbe.

Virtuelle Ursulinen: Hier bietet sich die Möglichkeit eines Online-Besuchs der Sonderausstellung "ANGELA URSULA MARIA" im Zweiten Obergeschoss des Neuburger Stadtmuseums. Die entsprechenden Räumlichkeiten des Weveldhauses und die dort gezeigten Schaustücke präsentieren sich in 3D-Qualität und lassen sich vom heimischen Bildschirm oder vom Smartphone aus besuchen. "Ursulinen"-Besuch starten

 

Den Neuburgern wird das einstige Kloster St. Maria mit seiner Kirche St. Ursula heute eher als Studienseminar bekannt sein. Der Gebäudekomplex wurde zwischen 1699 und 1702 von dem Vorarlberger Barockbaumeister Valerian Brenner für die ersten Schwestern des Damenordens errichtet, der sich vor allem der Bildung und Erziehung der hiesigen weiblichen Jugend widmete.

Nach schwierigen Anfängen - darunter der Beschießung der neuen Bauten zu Beginn des Jahres 1703 während der Belagerung Neuburgs im Spanischen Erbfolgekrieg (dazu wird ein historischer Kupferstich gezeigt) - entwickelte sich der Ursulinen-Konvent sehr gut. Zu Hochzeiten des Klosters lebten und arbeiteten hier bis zu einhundert Personen. 

Mit der Aufklärung im letzten Viertel des 18. Jahrhunderts wurde dann jedoch auch das Ende der Neuburger Ursulinen eingeläutet. 1775 reduzierte das landesherrliche Kommissariat Neuburg den Stand der Nonnen auf zwanzig und stellte das Kloster unter Kuratel. Gut drei Jahrzehnte später kam mit der Säkularisation das endgültige Aus.

Die letzten Nonnen mussten 1813 ihr Gedäude verlassen, das drei Jahre später vom Neuburger Studienseminar übernommen wurde. Von dort wird als Leihgabe ein Modell  (aus dem Jahr 1931) gezeigt, das sehr gut die Komplexität und Dimemsionen der Anlage veranschaulicht.
Auch wertvolle Gemälde und Skulpturen aus dem Kloster wurden der Ausstellung freundlicherweise vom Studienseminar zur Verfügung gestellt.

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KNEIPP-KURORT NEUBURG AN DER DONAU

In der Stadtmuseums-"Schatzkammer" im Erdgeschoss des Weveldhauses war bis Ende 2021 ein historischer Schwarzweiß-Film aus dem Jahr 1924 zu sehen, in dem sich Neuburg als Kneipp-Kurort präsentiert.
Der knapp fünfzehnminütige Streifen zeigt Szenen und Impressionen aus der Ottheinrichstadt von einst, die sich nach Ende des Ersten Weltkrieges von der einstigen Garnisonsstadt zum Kurbad entwickeln wollte.

Anlass war der 200. Geburtstag des "Wasserdoktors" Sebastian Kneipp (1821-1897), der Wörishofen zum Kurbad machte.
Nach dem dortigen Vorbild wollte sich auch Neuburg an der Donau als Kneipp-Kurort etablieren. 
Bereits Ende der 1930er Jahre war dieser Traum jedoch wieder zu Ende.

Einige der im Film präsentierten Lokalitäten sind im Ortsbild noch erhalten, andere längst unwiederbringlich verloren. Das Tretbecken beim ehemaligen Kurheim (hier links auf einer kolorierten Postkarte aus dem Jahr 1931) immerhin soll wiederhergestellt werden...

 

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SCHLOSSLICHTER - Highlights und Glanzstücke aus der Residenz Neuburg  waren während der Schließung des Schlosses im Weveldhaus zu sehen. Die Sonderausstellung präsentierte bis zum 3. Oktober 2021 (verlängert) eine Reihe hochkarätiger Exponate, die sonst im Schlossmuseum zu bewundern sind.
An der Stadtmuseums-Kasse ist nach wie vor die Begleitpublikation "Schlosslichter" mit Beschreibungen und Fotografien aller ausgestellten Schaustücke erhältlich (s. u.), ebenso wie das Ausstellungs-Plakat (Abb.).
Außerdem ist weiterhin ein "virtueller Besuch" der Ausstellung möglich (s. u.).

Virtuelle Schlosslichter:  Hier bietet sich die Möglichkeit eines Online-Besuchs der Sonderausstellung "Schlosslichter" im Zweiten Obergeschoss des Neuburger Stadtmuseums. Die entsprechenden Räumlichkeiten des Weveldhauses und die dort gezeigten Schaustücke präsentieren sich in 3D-Qualität und lassen sich vom heimischen Bildschirm oder vom Smartphone aus besuchen. "Schlosslichter"-Besuch starten

 

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OTTO VON BISMARCK. Mensch - Macht - Mythos
(16. 5. - 2. 7. 2021)
Die Wanderausstellung der Otto-von-Bismarck-Stiftung thematisierte Leben und Wirken des ersten Kanzlers des vor 150 Jahren (1871) gegründeten deutschen Kaiserreichs.
In zehn Stationen wurde Bismarcks politischer Weg vom Abgeordneten des Preußischen Landtags zum Ministerpräsident und „Eisernen Kanzler“ aufgezeichnet und sowohl seine Innen- als auch seine Aussenpolitik behandelt. „Weichensteller Europas“, Kolonialpolitik, Kulturkampf und Sozialistengesetz waren ebenso Schlagworte wie der sich nach 1890 zu einem regelrechten Mythos verdichtende Bismarck-Kult bis nach dem Ende des Kaiserreichs.
Auch Neuburg an der Donau gehörte zu den über 450 Städten, die den preußisch-deutschen Staatsmann zu ihrem Ehrenbürger ernannten.

 

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Die 50er und 60er Jahre in Neuburg an der Donau
 waren Thema und Titel der vorletzten Sonderausstellung im Erdgeschoss des Stadtmuseums (verlängert bis 11. 4. 2021). Über sechzig historische Schwarzweiß- und Farbfotografien sowie zeittypische Objekte aus den Sammlungen des Historischen Vereins vermittelten ein anschauliches Bild der beiden Dekaden, von denen uns mittlerweile fünf Jahrzehnte und mehr trennen.
An der Museumskasse, in der Tourist-Information Neuburg sowie im Buchhandel ist der Ausstellungskatalog erhältlich, der alle gezeigten Fotografien sowie weitere 60 Bilder mitsamt Kommentaren enthält.
Die Retrospektive führt durch die Obere sowie die Untere Altstadt Neuburgs ebenso wie in das Ostend, zur modernen Kinderklinik „St. Elisabeth“ im Südwesten und auf die Terrasse des Arco-Schlösschens. Bilder von früher erinnern außerdem an das Jubiläum „450 Jahre Fürstentum Pfalz-Neuburg“ (1955) und das Donau-Hochwasser von 1965.

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Die erste Sonderausstellung des Museumsjahres 2020 "GRAS BAUM WIND WASSER - Landschaft vor Ort" war den Radierungen der Neuburger Künstlerin Susanne Pohl (geb. 1970) gewidmet. Die Motive für ihre meisterlichen Druckgrafiken findet sie in der unmittelbaren Umgebung - "Natur, wie sie hier vor Ort zu entdecken ist, einzigartig und zugleich universell. Vor unserer Haustür verbinden uns unsere Eindrücke mit den Gräsern, den Bäumen, dem Wind und dem Wasser auf der ganzen Welt" (S. Pohl). Die Laufzeit der Ausstellung wurde verlängert bis Sonntag, 5. 7. 2020.
Der begleitende Katalog ist weiterhin an der Museumkasse erhältlich.

Neue Museumsabteilung "GLAUBENSSACHEN"

Wer die große Sonderausstellung „FürstenMacht & wahrer Glaube“ im Reformationsjubiläumsjahr im Schloss, dem Fürstengang und der Hofkirche Neuburg verpasst haben sollte, kann sich dennoch freuen: Am Internationalen Museumstag 2018 wurde im Stadtmuseum im Weveldhaus die neu eingerichtete Abteilung „Glaubenssachen“ in der Dauerausstellung im ersten Obergeschoss eröffnet.

Stadtmuseum Neuburg - J. Scharl, Fronleichnamsprozession (Foto: HVND)

Dort werden die wechselvolle Religionsgeschichte der Stadt Neuburg und vor allem der prägende Konfessionswechsel zur Zeit der Gegenreformation anschaulich dargestellt.
Vor gut vierhundert Jahren wurde das für zwei Generationen protestantische Fürstentum Pfalz-Neuburg wieder katholisch, weil der Herrscher zum alten Glauben zurückgekehrt war: „Cuius regio, eius religio“ - so lernen es schon die Schüler! Nicht nur diese, auch alle erwachsenen Besucher des Stadtmuseums können etwa an einem eigens konstruierten interaktiven Klappentisch selbst herausfinden, was es über die Unterschiede der beiden Konfessionen zu wissen gibt.
Außerdem sind die inquisitorischen Befragungen einzelner Neuburger nach ihrem „wahren Glauben“ vom Beginn des 17. Jahrhunderts in einer multimedialen Inszenierung nachzuerleben.

Stadtmuseum Neuburg - Allegorie (Foto: C. Deininger, Augsburg)

Vom „greulichen Kainsmord“ eines katholischen Neuburgers an seinem evangelischen Bruder künden originale Dokumente aus dem Jahr 1546 - sogar der neben Martin Luther wichtigste Reformator Philipp Melanchthon verfasste über den spektakulären Vorfall ein eigenes Pamphlet.

Ein als "Conterfeht eines recht geistlichen Klostermenschens" bezeichnetes Gemälde von 1678 fasziniert und irritiert zugleich, da eine Frau am Kreuz dargestellt ist. Es handelt sich nicht wie bisher vermutet um eine Darstellung der Heiligen Wilgefortis, sondern ist als Allegorie idealer klösterlicher Tugenden zu verstehen. Als anspornender Bilderschmuck hing es vielleicht im nahen Karmelitinnenkloster, das im Zuge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgelöst und abgerissen wurde.