Stadtmuseum Neuburg an der Donau

Willkommen im Stadtmuseum Neuburg an der Donau

Das Stadtmuseum Neuburg an der Donau befindet sich in einem der prachtvollsten Häuser der Oberen Altstadt: dem so genannten Weveldhaus, einem ursprünglich spätgotischen Bau, der im frühen 18. Jahrhundert zu einem barocken Adelspalais umgewandelt wurde. Das Stadtmuseum bietet einen lebendigen und anschaulichen Einblick in die Geschichte und Gegenwart einer "kleinen Stadt mit großer Vergangenheit".

Wie auch alle anderen Museen muss das Stadtmuseum Neuburg den November über leider geschlossen bleiben!

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Nach der Corona-bedingten zweimonatigen Schließung im Frühjahr war das Stadtmuseum Neuburg seit Dienstag, 19. Mai 2020 bis Sonntag 31. Oktober zu den regulären Zeiten (DIE. – SO. 10-18 h) und Eintrittspreisen zu besichtigen. Wir hoffen auf eine Wiedereröffnung im Dezember.
Ein an den offiziellen Vorgaben orientiertes Betriebs- und Hygienekonzept stellt den geregelten Museumsbesuch sicher. So wird die Gesamtbesucherzahl auf 70 Personen begrenzt, die sich gleichzeitig im Gebäude aufhalten dürfen; der Einlass wird durch die Kassenkraft reguliert. Hinweisschilder informieren über die geltenden Abstands- und Hygieneregeln (s. Grafik). Möglichkeiten zur Handdesinfektion werden bereitgestellt und für die regelmäßige Desinfektion von Oberflächen Sorge getragen. Es besteht die Pflicht zur Bedeckung von Mund und Nase; Gruppenbesuche und Führungen sind vorläufig noch nicht möglich.

Sonderausstellungen im Stadtmuseum Neuburg

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SCHLOSSLICHTER - Highlights und Glanzstücke aus der Residenz Neuburg  sind während der Schließung des Schlosses im Stadtmuseum zu sehen. Die Sonderausstellung präsentiert eine Reihe hochkarätiger Exponate, die sonst im Schlossmuseum zu bewundern sind.
Da die altehrwürdige Anlage derzeit renoviert wird, werden ausgewählte Stücke aus vier Jahrhunderten Schlossgeschichte bis ins Frühjahr des Jahres 2021 in den repräsentativen Räumlichkeiten im Zweiten Obergeschoss des Weveldhauses gezeigt.
Den Auftakt macht natürlich der prominenteste Schlossherr: Pfalzgraf Ottheinrich, den ein Kupferstich mit seiner Gattin Susanna zeigt. Der stattliche Renaissancefürst ist außerdem mit wertvollen kunsthandwerklichen Objekten aus seinem Besitz vertreten, z. B. Jagdutensilien sowie Perlmutt-Reliefs von einer Pilgerreise ins Heilige Land, die der junge Katholik vor seiner Konversion zum Luthertum unternommen hatte. Unter seinen evangelischen Nachfolgern Wolfgang und Philipp Ludwig, von denen u. a. Medaillen, ein Wappenstein und ein Backgammon-Spiel gezeigt werden, entwickelt sich Pfalz-Neuburg geradezu zu einem protestantischen Musterstaat - bis im 17. Jahrhundert mit Wolfgang Wilhelm die Gegenreformation einsetzt. Als Zeichen barocker Frömmigkeit, aber auch Ausdruck fürstlicher Sammellust sind in der Ausstellung kostbare Figuren, Medaillons und Schnitzereien aus unterschiedlichsten Hölzern, Materialien wie Alabaster, Elfenbein und Edelsteinen aus seiner und der Regierungszeit seines Sohnes Philipp Wilhelm (des „Schwiegervaters Europas“) zu sehen.
Unter anderem mit einem großen und detailreichen Aquarell einer Hirschjagd im Burgholz sind das 18. Jahrhundert und die Regierungszeit Karl Theodors vertreten. Mit Maria Amalies Hofhaltung, die dessen ernannten Nachfolger Karl II. August heiratet und nach dem Tod des Gatten für Jahrzehnte im Schloss als ihrem Witwensitz residiert, endet Neuburgs fürstliche Glanzzeit und die Ausstellung.  
Von den beiden nach langer Zeit wieder zugänglichen Museumsräumen führt der Rundgang weiter in das 19. Jahrhundert und die Dauerausstellung des Stadtmuseums, das anders als die Jahre zuvor auch im Januar und Februar 2021 geöffnet sein soll.

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Die 50er und 60er Jahre in Neuburg an der Donau sind Thema und Titel der neuen Sonderausstellung im Stadtmuseum (Laufzeit 26. 7. - 30. 12. 2020). Über sechzig historische Schwarzweiß- und Farbfotografien sowie zeittypische Objekte aus den Sammlungen des Historischen Vereins vermitteln ein anschauliches Bild der beiden Dekaden, von denen uns mittlerweile fünf Jahrzehnte und mehr trennen. Die Retrospektive führt durch die Obere sowie die Untere Altstadt Neuburgs ebenso wie in das Ostend, zur modernen Kinderklinik „St. Elisabeth“ im Südwesten und auf die Terrasse des Arco-Schlösschens. Bilder von früher erinnern außerdem an das Jubiläum „450 Jahre Fürstentum Pfalz-Neuburg“ (1955) und das Donau-Hochwasser von 1965.
Ab Herbst ist an der Museumskasse zusätzlich der Ausstellungskatalog erhältlich, der alle gezeigten Fotografien sowie weitere 60 Bilder mitsamt Kommentaren enthält.

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Die erste Sonderausstellung des Museumsjahres 2020 "GRAS BAUM WIND WASSER - Landschaft vor Ort" war den Radierungen der Neuburger Künstlerin Susanne Pohl (geb. 1970) gewidmet. Die Motive für ihre meisterlichen Druckgrafiken findet sie in der unmittelbaren Umgebung - "Natur, wie sie hier vor Ort zu entdecken ist, einzigartig und zugleich universell. Vor unserer Haustür verbinden uns unsere Eindrücke mit den Gräsern, den Bäumen, dem Wind und dem Wasser auf der ganzen Welt" (S. Pohl). Die Laufzeit der Ausstellung wurde verlängert bis Sonntag, 5. 7. 2020.
Der begleitende Katalog ist weiterhin an der Museumkasse erhältlich.

Neue Museumsabteilung "GLAUBENSSACHEN"

Wer die große Sonderausstellung „FürstenMacht & wahrer Glaube“ im Reformationsjubiläumsjahr im Schloss, dem Fürstengang und der Hofkirche Neuburg verpasst haben sollte, kann sich dennoch freuen: Am Internationalen Museumstag 2018 wurde im Stadtmuseum im Weveldhaus die neu eingerichtete Abteilung „Glaubenssachen“ in der Dauerausstellung im ersten Obergeschoss eröffnet.

G3162.jpgStadtmuseum Neuburg - J. Scharl, Fronleichnamsprozession (Foto: HVND)

Dort werden die wechselvolle Religionsgeschichte der Stadt Neuburg und vor allem der prägende Konfessionswechsel zur Zeit der Gegenreformation anschaulich dargestellt.
Vor gut vierhundert Jahren wurde das für zwei Generationen protestantische Fürstentum Pfalz-Neuburg wieder katholisch, weil der Herrscher zum alten Glauben zurückgekehrt war: „Cuius regio, eius religio“ - so lernen es schon die Schüler! Nicht nur diese, auch alle erwachsenen Besucher des Stadtmuseums können etwa an einem eigens konstruierten interaktiven Klappentisch selbst herausfinden, was es über die Unterschiede der beiden Konfessionen zu wissen gibt.
Außerdem sind die inquisitorischen Befragungen einzelner Neuburger nach ihrem „wahren Glauben“ vom Beginn des 17. Jahrhunderts in einer multimedialen Inszenierung nachzuerleben.

G3274_Hl.Kümmernis.jpgStadtmuseum Neuburg - Allegorie (Foto: C. Deininger, Augsburg)

Vom „greulichen Kainsmord“ eines katholischen Neuburgers an seinem evangelischen Bruder künden originale Dokumente aus dem Jahr 1546 - sogar der neben Martin Luther wichtigste Reformator Philipp Melanchthon verfasste über den spektakulären Vorfall ein eigenes Pamphlet.

Ein als "Conterfeht eines recht geistlichen Klostermenschens" bezeichnetes Gemälde von 1678 fasziniert und irritiert zugleich, da eine Frau am Kreuz dargestellt ist. Es handelt sich nicht wie bisher vermutet um eine Darstellung der Heiligen Wilgefortis, sondern ist als Allegorie idealer klösterlicher Tugenden zu verstehen. Als anspornender Bilderschmuck hing es vielleicht im nahen Karmelitinnenkloster, das im Zuge der Säkularisation zu Beginn des 19. Jahrhunderts aufgelöst und abgerissen wurde.

 

DSC_7676.JPGStadtmuseum Neuburg - Hl. Sebastian (Foto: V. Möller, Neuburg)

Die monumentale Silberfigur des Heiligen Sebastian ist eines der beeindruckendsten Exponate im Stadtmuseum. Es handelt sich um eine Leihgabe aus der nahe gelegenen Pfarrkirche St. Peter, die derzeit wegen Renovierungsarbeiten geschlossen ist. Geschaffen hat das barocke Werk der Augsburger Goldschmied Johann Heinrich Mannlich im Jahr 1714 als Votivbild für die Neuburger Sebastians-Bruderschaft.

Die beinahe lebensgroße Statue hat einen Ehrenplatz im Museum erhalten: im ehemaligen Alkoven des als "Weveldhaus" bezeichneten Adelspalais, in dem das Stadtmuseum eingerichtet wurde. Baron Wilhelm Balduin von Weveld hat das ursprünglich spätgotische Gebäude ab dem Jahr 1713 barockisieren lassen - also zur selben Zeit, als auch Mannlichs Sebastiansfigur entstand.

Das entsprechende Holzmodell des Pestheiligen (von Ehrgott Bernhard Bendl) ist im Augsburger Maximilianmuseum zu sehen.

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Landesstelle für die nichtstaatlichen Mussen in Bayern
Bayerische Sparkassenstiftung